Ein bedeutendes Bauwerk der deutschen Geschichte.
Bei sonnigem Frühlingswetter fand im VIII. Ak.-Bezirk in einer ländlich gelegenen Gaststätte wieder ein Hilfsdiensttreffen statt. Nach der Begrüßung durch den Ak.-Bezirksleiter las dieser das allseits bekannte Allvater-Gebet vor. Danach referierte eine Hilfsdienstkraft Interessantes über den Bau des Kaiser-Wilhelm-Kanals (Nord-Ostsee-Kanal).
Den Anstoß zu diesem Kanal gab der Hamburger Reeder Dahlström. Da die Schiffe dann nicht mehr um das Skagerrak herumfahren müßten, ergäben sich wirtschaftliche, militärische und sicherheitsbedingte (damals 200 Strandungen pro Jahr im Skagerrak) Vorteile für die Schifffahrt. Gegner des Kanals war der Generalfeldmarschall von Moltke, da man mit den Baukosten für den Kanal auch zwei Flotten bauen könnte. Erst nachdem Reichskanzler von Bismarck, Kaiser Wilhelm I. für den Kanal begeistern konnte, wurde der Kanal nach acht Jahren Bauzeit 1895 von Wilhelm II. eingeweiht. An dieser 3-tägigen Einweihungsfeier nahm auch der russische Zar teil.
Die veranschlagten Baukosten in Höhe von 156 Millionen Goldmark konnten, im Gegensatz zu heute, korrekt eingehalten werden. Für die damalige Handelsschifffahrt war der Kanal ausreichend, nicht aber für die immer größer werdenden Kriegsschiffe. So erfolgte nach Forderungen der Marine, die das Projekt lange Zeit gebremst hatte, ab 1907 bei laufendem Betrieb ein Ausbau des Kanals auf 11 Meter Tiefe und 44 Meter Sohlenbreite. Schwimm- und Drehbrücken wurden durch Hochbrücken ersetzt; ebenso mußten die Schleusen vergrößert werden. Die Kosten für den Ausbau, der 1914 beendet wurde, waren höher als die für den Neubau des Kanals. Das spektakulärste Projekt war die Rendsburger Eisenbahnbrücke mit fast 2500 Meter Länge. Der Kanal ist bis heute das größte Tiefbauwerk Deutschlands und hat wirtschaftlich eine immens wichtige Bedeutung. Er ist die meist befahrene Seeschifffahrtsstraße der Welt!
Nach diesem sehr informativen Beitrag erfolgte die Meldestellenarbeit und es wurde ein neuer Gebietsleiter ernannt. Nach getaner Arbeit wurde dann zum gemütlichen Teil, bei Speis´ und Trank, übergegangen. Ein arbeitsreicher, aber schöner Nachmittag ging wieder viel zu schnell zu Ende.